Verhütung und Zahngesundheit – Was es bei der Einnahme der Pille zu beachten gilt

Seit über einem halben Jahrhundert ist die Anti-Baby-Pille bereits auf dem Markt – und nach wie vor beliebtestes Verhütungsmittel der deutschen Frauen. Ganz unumstritten ist die Pille nicht, das ist bekannt. So jedoch auch ihre Vorteile, die vielen Frauen das Leben bei Regelschmerzen oder Hautproblemen das Leben erleichtern. Was die Pille allerdings mit den Zähnen, oder vielmehr dem Zahnhalteapparat zu tun hat, wissen die wenigsten.

Ja, das Zahnfleisch reagiert auf Pillenhormone!

Die Pille gehört zu den sogenannten hormonalen Kontrazeptiva. Sie enthält also einen Mix aus den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und Gestagen. Je nach Pille sind Zusammensetzung und Dosierung unterschiedlich. Gerade da liegt ein interessanter Fakt, der einmal mehr einen viel zu wenig beachteten Hauptdarsteller in unserer körperlichen Gesamtgesundheit auf die Bühne ruft: Unser Zahnfleisch: Die sogenannte Gingiva verfügt über Hormonrezeptoren. Und zwar Rezeptoren für unsere Geschlechtshormone.

Mein Zahnfleisch hat Hormonrezeptoren. Und was heißt das für mich?

Die Auswirkungen dieses Zusammenhangs sind weitreichend: Bei erhöhter Einnahme von Sexualhormonen, wie beispielsweise beim regelmäßigen Einsatz der Anti-Baby-Pille, wurden in Studien mehrere Auswirkungen nachgewiesen.

Der Einfluss hormoneller Kontrazeption, also der Verhütung mittels Geschlechtshormone wie bei der Pille führt zu folgenden erhöhten Risiken:

  • Zahnfleischwucherungen (Gingivahyperplasie)
  • Zahnfleischentzündungen (Gingivitis)
  • Chronische Entzündungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis)

In der heutigen Zeit – bei zucker- und fettreicher Ernährung – ist es elementar, noch mehr und ordentlicher auf die eigene Zahnfläche zu achten, wird die Pille eingenommen wird. Denn die oben genannten Auswirkungen werden schnell zu einem gesundheitlichen Problem, wenn sie etwa durch einen Mangel an regelmäßiger Zahnkontrolle und zu seltener Professioneller Zahnreinigung nicht erkannt werden. Häufig werden sie aus unterschiedlichen Gründen auch schlichtweg ignoriert, beispielsweise aus mangelnder Ernstnahme oder bedrängender Zahnbehandlungsangst. Es gilt immer: Eine regelmäßige Zahnkontrolle ist wertvoller für die eigene Gesundheit als oft angenommen.

Mehr Aufklärung für Mädchen und junge Frauen nötig

Gerade Mädchen und junge Frauen bräuchten häufig viel mehr Aufklärung, wenn sie mit der Einnahme der Pille beginnen. Nur selten wird der Zusammenhang zwischen Pilleneinnahme und nötigem Fokus auf regelmäßige Zahnpflege sowie -kontrolle hingewiesen. Klar, welches Mädchen erzählt seiner Zahnärztin von der eigenen Pille? Und dem Gynäkologen eher selten von seinem eigenen Zahnfleisch… Es gehört zur Verantwortung eines guten Zahnarztes oder einer guten Zahnärztin, die junge Patientin und ihre Eltern nebenbei auf die Thematik aufmerksam zu machen. So können Folgeschäden vermieden werden, die sich erheblich auf die Gesundheit der Zähne im gesamten Leben auswirken können.

 

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