Alterszahnheilkunde

Alterszahnheilkunde

Die Bevölkerungszahl in Deutschland schrumpft; dafür erreichen immer mehr Menschen ein höheres Alter. Bei einer in Zukunft nahezu konstant bleibenden Zahnarztdichte rückt deshalb schon jetzt diese Klientel in den Fokus der Behandlungsbedürftigkeit.


Die meisten Senioren sind heute bis ins hohe Alter mobil. Daneben gibt es aber auch eine steigende Zahl derer, denen das Aufsuchen „ihrer“ Zahnarztpraxis nicht möglich ist oder nicht zugemutet werden kann. Die Praxis steht also in der Pflicht, selbst „mobil“ zu sein, um diese Patientengruppe mit Haus-/Heimbesuchen zu erreichen und zahnärztlich zu versorgen.

Es gibt weder „den“ typischen älteren Menschen noch einen typischen Alterungsverlauf. Mehrheitlich verringert sich jedoch die Aktivität und sinken damit die Muskelmasse und der Energiebedarf, während jener an Mineralstoffen und Vitaminen nahezu gleich bleibt.

Eine ausgewogene Ernährung – schon in der noch aktiven Lebensphase – ist Voraussetzung für ein geistiges und körperliches Wohlbefinden im Alter. Eine ausreichende Flüssigkeits-zufuhr, die auch ohne ein Durstgefühl gewährleistet sein muss, sichert die Organfunktionen und verhindert eine ungewollte und übermäßige Konzentration der oft nötigen Medikamentengaben.

Die zahnärztliche Behandlung darf sich nicht nur auf die Versorgung von „Notfällen“ beschränken; wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine engmaschige Überprüfung der Mundgesundheit, zumal gerade auch zur Einhaltung der Bonusregelung bei den gesetzlich Versicherten.

Wissenschaft und Technik ermöglichen eine immer subtilere Versorgung mit aufwendigem Zahnersatz. Bei der Planung sollten ausreichendes Kauvermögen, gute Hygienefähig- und Erweiterungsmöglichkeit an erster Stelle stehen und die allgemeine gesundheitliche Verfassung berücksichtigen. Dazu muss ein Austausch mit den anderen beteiligten ärztlichen/psychologischen Fachdisziplinen angestrebt werden.

Mit der Pflege der eigenen Zähne, des Zahnersatzes, der Strukturen der Mundhöhle insgesamt steht und fällt die Mund- und ganzkörperliche Gesundheit. Zahnärzte/innen klären, so weit möglich, die Patienten, dann deren pflegende Angehörige oder ambulante wie stationäre Pflegekräfte über die individuellen Bedürfnisse in der Mundpflege auf. Sie geben Unterweisungen in den jeweils erforderlichen Maßnahmen der Alterszahnheilkunde. Außerdem werden sie angeleitet, geäußerte oder beobachtete Missempfindungen beim Patienten baldmöglichst der Praxis zu melden.

Hans-Ludwig Kremer, Zahnarzt in Alzey


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